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Dacheindeckung

Die Entscheidung für eine Dacheindeckung sollte gut überlegt sein, denn es ist eine langfristige. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um die Vor- und Nachteile der verfügbaren Materialien abzuwägen und die Variante zu wählen, die perfekt zu Ihrem Haus passt und Regen sowie Sturm trotzt. Bedenken Sie, dass nicht jede Dacheindeckung für jedes Haus geeignet ist – Faktoren wie die Dachneigung und das Gebäudealter spielen eine Rolle, auch geplante Extras müssen beachtet werden.

BMI Steildach GmbH

Aufbau des klassischen Sparrendachs

Bei einem Sparrendach besteht die tragende Dachkonstruktion aus hölzernen Sparren. Diese verlaufen in regelmäßigen Abständen senkrecht zur Dachfläche – von der Traufe bis zum First. Beim klassischen Satteldach mit zwei geneigten Dachflächen verbindet der Dachfirst die beiden Flächen. Man könnte auch sagen: Der Dachfirst ist die Linie, an der je zwei Sparren aufeinandertreffen. Die Sparren sind aber nicht der einzige hölzerne Bestandteil des Dachstuhl, die Trag- und Konterlatten kommen noch hinzu.

Konterlattung

Bei einem Steildach mit Zwischensparrendämmung – ohne Aufsparrendämmung werden die Konterlatten von außen direkt auf den Sparren befestigt und verlaufen von der Traufe bis zum First. Auf den Konterlatten werden später die Traglatten montiert. Indem die Konterlattung die Ebene der Traglatten ein Stück anhebt, ist ein Lüftungsspalt zwischen den Dachpfannen und der darunterliegenden Unterdeckbahn gegeben. Dieser Abstand dient der sicheren Ableitung von durch die Deckung eindringender Feuchtigkeit.

Verfügt das Steildach über eine Aufsparrendämmung, werden die Konterlatten nicht direkt auf den Sparren verlegt, sondern auf der Dämmstoffebene. Sie müssen also durch den Dämmstoff hindurch am Sparren befestigt werden. Dafür kommen spezielle Systemschrauben zum Einsatz, die lang genug sind, um sowohl die Konterlatten als auch die Dämmstoffplatten zu durchbohren.

    Traglattung

    Die Traglatten werden im 90°-Winkel auf die Konterlatten montiert und bilden die tragende Konstruktion für die Dachpfannen. Der Abstand der Latten muss exakt auf die Deckbreite der verwendeten Dachziegel oder -steine abgestimmt sein. Natürlich müssen die verwendeten Holzlatten auch über eine entsprechende Tragfähigkeit verfügen, technisch getrocknet sein und eine CE-Kennzeichnung aufweisen. Nach DIN 4074 muss das Holz mindestens der Sortierklasse S 10 entsprechen (normale Tragfähigkeit).

    Wichtig ist auch ein gewisser Mindestquerschnitt der Latten. Typische Maße für Dachlatten sind 30 x 50 oder 40 x 60 mm. Latten mit kleinerem Querschnitt (24 x 48 oder 24 x 60 mm) dürfen nur eingesetzt werden, wenn das Holz der Sortierklasse S 13 entspricht (hohe Tragfähigkeit). Wie groß der Mindestquerschnitt im Einzelfall sein muss, hängt auch vom Sparrenabstand des Daches ab (Auflagerabstand). Allgemein lässt sich sagen: Je größer der Sparrenabstand, desto größer muss auch der Lattenquerschnitt sein.


      Eindeckungsvarianten

      Das Steildach ist die am weitesten verbreitete Dachform in Deutschland und besitzt die größte Vielfalt von möglichen Materialien für die Dacheindeckung.

      Dachziegel

      Ziegel sind das Dacheindeckungsmaterial schlechthin. Als Naturprodukt sind sie besonders robust und überaus langlebig. Bei der Herstellung wird überwiegend rot-brennender Ton verwendet, d. h. allein durch den naturbelassenen Rohstoff entsteht beim Brennvorgang die charakteristische rote Farbgebung, die als „naturrot“ bezeichnet wird. Diese Farberscheinung entsteht durch Eisen, das sich zu geringem Anteil im Ton befindet und bei der hohen Brenntemperatur von ca. 1.000 °C zu Eisenoxiden verbrennt. Der naturrote Ziegel wird nicht zusätzlich bearbeitet und kommt ohne den Zusatz von farbbeeinflussenden Metalloxiden aus. Indem das Material speziell behandelt wird, können Dachziegel in weiteren Rot- und Brauntönen hergestellt werden.

      Engobierte Dachziegel

      Bei engobierten Dachziegeln werden tonige Schlicken auf den rohen Ziegelkörper aufgebracht und je nach Farbton mit entsprechenden Mineralen und Metalloxiden versetzt. Auch dunkle Erdtöne und schwarze Ziegel können so hergestellt werden. Bei mattglänzenden und glänzenden Engoben werden glasbildende Zusätze verwendet. Da dabei keine durchgängige Glasschicht entsteht und der Ziegelkörper weiterhin diffusionsoffen bleibt, zählen sie nicht zu Glasuren – sie werden Glanz- oder Edelengoben genannt.

      Glasierte Dachziegel

      Ihre typisch glänzende Optik erhalten diese Ziegel durch einen transparenten oder farbigen Überzug aus geschmolzenem Glas. Ziegelkörper und Glasur werden dabei gleichzeitig gebrannt. Aufgrund der Glasur sind die Dachziegel in allen denkbaren Farben erhältlich.

      Durchgefärbte Dachziegel

      Durch die Zugabe von Mineralien zur Tonmasse wird die Brennfarbe des gesamten Tonscherbens beeinflusst. Der Ziegelkörper kann auf diese Weise der Engobenfarbe angepasst werden. Schnittkanten, die beim Bearbeiten des Ziegels entstehen oder kleinere Abplatzungen werden optisch kaschiert.

      Dachsteine

      Dachsteine aus Beton gelten als günstige Variante zum Dachziegel. Sie sind schwerer als Ziegel und weniger witterungsbeständig, punkten dafür aber unter anderem mit einer großen Farbvielfalt. Dachsteine werden aus einer Mischung aus Sand, Zement und Wasser hergestellt. Seine Farbe erhält der Dachstein durch das Beimischen entsprechender Farbpigmente während der Herstellung. Wenn Sie bei der Dacheindeckung großen Wert auf die farbliche Gestaltung legen, sind Sie daher mit Dachsteinen gut beraten.

      Ein weiterer produktionsbedingter Vorteil des Dachsteins ist der geringere Energieaufwand bei der Produktion. Anders als bei Dachziegeln aus Ton müssen Dachsteine nicht mit Temperaturen von 1000 °C gebrannt werden. Dieser niedrigere Energieaufwand schlägt sich zum einen auf den Preis und zum anderen auf der besseren Ökobilanz nieder. Steht die nächste Dacheindeckung an, können die Betondachsteine problemlos recycelt werden. Sie werden einfach gemahlen und anschließend bei der Herstellung neuer Steine beigemengt.

        Faserzementplatten

        Faserzementplatten

        Faserzementplatten (auch Sandwichplatten genannt) bestehen aus Zellulose und Zement und sind eine kostengünstige, pflegeleichte sowie wartungsarme Alternative zu Schiefer- oder Natursteinplatten. Durch ihr geringes Gewicht sind Faserzementplatten vielfältig einsetzbar und auch für die Dacheindeckung gut geeignet. Je nach Einsatzzweck werden verstärkende Füllmaterialien oder Fasern zugesetzt. Als Dacheindeckung kommen speziell kleine Formate oder Wellplatten in Betracht. Angeboten werden die Platten in verschiedenen Formaten und Farbgebungen, sodass eine individuelle Auswahl möglich ist.

        Die Faserzementplatte ist nicht brennbar, ausgesprochen witterungsbeständig und zudem immun gegen Korrosion und Fäulnis. Faserzementplatten werden oft im Rahmen einer Sanierung verwendet. Doch Vorsicht: Bei Dachneigungen unter 25° sollten Sie besser zu einem anderen Eindeckungsmaterial greifen.

          Metalldach

          Metalldach

          Metalldächer sind langlebig und pflegeleicht. Wegen ihrer Farbvielfalt und Witterungsbeständigkeit erfreuen sich gerade Dächer aus Aluminium zunehmender Beliebtheit. Ihr geringes Gewicht qualifiziert sie zudem für Altbausanierungen. Aluminium kann auch ohne Beschichtung gut als Dacheindeckung verwendet werden, denn in Verbindung mit Sauerstoff bildet sich an der Oberfläche eine dauerhaft beständige Schutzschicht.

          Aus optischen Gründen, aber auch um den Korrosionsschutz zu verbessern, werden die Aluminiumeindeckungen meist jedoch mit einer Farbbeschichtung versehen. So ist das Aluminiumdach optisch kaum von einem Dach mit Ziegeln oder Betonsteinen zu unterscheiden und passt sich ideal der übrigen Bebauung an. Auch mit Titanzink können Dächer eingedeckt werden. Das Metall ist ähnlich witterungsbeständig wie Aluminium, jedoch nicht ganz so langlebig. Eine Eindeckung mit Kupfer, z. B. in Form von Kupferbändern, ist besonders dekorativ und wird gerne an Dachfirsten oder Gauben verwendet.

            Naturstein

            Naturstein

            Bei der Dacheindeckung mit Naturstein eignet sich vor allem Schiefer. Neben der Optik und der ökologischen Unbedenklichkeit überzeugt er auch durch seine enorme Langlebigkeit. Das Material bietet eine große Vielfalt von kreativen Dacheindeckungsarten und kann Schnee, Regen und großen Temperaturdifferenzen standhalten.

            Ein weiterer Vorteil ist, dass defekte Steine leicht austauschbar sind. Wird die Dacheindeckung nicht mehr benötigt, kann der Schiefer als einfacher Bauschutt entsorgt oder beispielsweise zu Gartensplitt weiterverarbeitet werden. Damit ein Dach wind- und wetterfest mit Schiefer eingedeckt werden kann, braucht es eine gewisse Dachneigung. Generell gilt eine Neigung ab 12° als ausreichend. Bei den meisten Deckmethoden ist eine Vollschalung des Daches notwendig. Das heißt, dass das gesamte Dach vollflächig mit Holz verkleidet wird, bevor die Schiefersteine angebracht werden.


              Zubehör

              Mit dem richtigen Zubehör ist Ihr Dach nicht nur optisch schön, sondern vor allem auch technisch perfekt ausgestattet. Beim Dachzubehör sind Ihrer Vorstellung keine Grenzen gesetzt – von Schneefanggittern über Dachbelüftung bis hin zu Begehungslösungen gibt es allerhand Extras.

              Befestigung und Sturmsicherung

              Das Dach ist nicht nur Prunkstück eines jeden ­Hauses, sondern bietet selbstverständlich auch Schutz vor äußeren Einflüssen. In sehr windstillen Regionen reicht oft schon das Eigengewicht der Dacheindeckung aus, um die Ziegel oder Steine an Ort und Stelle zu halten. In Regionen mit stärkeren Windböen sollte das Dach zusätzlich gesichert werden, z. B. mit entsprechendem Befestigungsmaterial wie Sturmklammern zum Einhängen oder Anschlagen an die Traglattung. Auch geschnittene Dachpfannen lassen sich einfach mit der passenden Kehl- oder Gratklammer befestigen. Mit Zubehör wie diesem gelingt eine adäquate Windsogsicherung nach DIN EN ­1991-1-4.

                Windlast

                In der DIN EN 1991-1-4 sind die Windlasten beschrieben, die auf eine Dacheindeckung einwirken können. Zur Einschätzung, welche Maßnahmen zum Schutz der Dachdeckung ergriffen werden müssen, sind folgende Grunddaten von Ihnen zu erfassen:

                • Gebäudestandort
                • Dachform
                • Gebäudeabmessungen
                • Dachneigung
                • Deckunterlage
                • Dachziegelmodell

                Basierend darauf wird eine Windlastberechnung durchgeführt. Anhand der abgebildeten Windzonenkarte können Sie sich vorab ein Bild davon machen, welchen Windlasten Ihr Dach in etwa standhalten muss.

                  Schutz vor Dachlawinen

                  Durch Schneefanggitter werden Personen vor Verletzungen sowie Objekte und parkende Autos vor Sachschäden durch Dachlawinen geschützt. Seit 2014 muss der Einsatz der Gitter statisch berechnet werden, um bestmöglichen Schutz vor herabstürzenden Schneelasten zu gewährleisten. Klassischerweise wird ein Schneefanggitter aus Aluminium in der entsprechenden Dachfarbe angebracht. Alternativ kann ein ländlicher Baustil durch Rundholzhalter betont werden. Neben den Schneefanggittern gibt es auch Schneenasen, welche die Schneemassen auf dem Dach halten. Diese bezeichnet man auch als Schneehaltesystem.

                    Dachbegehung

                    So professionell Handwerker und Schornsteinfeger ihre Arbeit auf dem Dach auch ausüben, trotzdem birgt jede Dachbegehung ein natürliches Risiko. Nicht nur stark geneigte Dächer stellen höchste Anforderungen an die dafür vorgesehenen technischen Hilfen. Damit Dacharbeiten oder Kaminwartungen mit einem Höchstmaß an Sicherheit ausgeführt werden können, gibt es Steigtrittsysteme, die direkt in die Dacheindeckung integriert werden. Diese sorgen nicht nur für einen sicheren, rutschfesten Halt, sondern überzeugen auch im ästhetischen Sinne. Sie trotzen der Witterung und sind extrem langlebig. Das provisorische Anbringen von Leitern oder Haken entfällt.

                      Belüftung

                      Eine funktionierende Zu- und Entlüftung ist wichtig, um ein ausgebautes Dachgeschoss funktionsfähig zu halten. Feuchtigkeit, welche in die Konstruktion "eingebaut" wird oder durch Diffusionsvorgänge von der Rauminnenseite in das Dach gelangen kann, muss sicher abgeführt werden, damit es nicht zu einem Bauschaden kommt. Um eine entsprechende Hinterlüftung der Dacheindeckung durch die Konter- und Traglattung gewährleisten zu können, muss an First, Grat und Traufe dafür gesorgt werden, dass Luft ein- bzw. austreten kann.

                      First und Grat

                      First und Grat

                      Der Grat beschreibt das Aufeinandertreffen zweier schräger Dachflächen, die eine Außenecke bilden. Im Aufbau sind Grat und First gleich. In der Regel wird eine wetterfeste und UV-beständige Lüftungsrolle auf die Firstlatte ausgelegt und mit Firstziegeln bedeckt. Durch die eingearbeitete Plissierung (Riffelung) der Rolle entstehen Lüftungsschlitze, durch die Luft austreten, aber keine Feuchtigkeit eindringen kann. Das Abrollen erfolgt schnell und einfach – die Lüftungsrolle legt sich fast wie von selbst auf First oder Grat. Durch eine Firstendscheibe erhält der First einen sicheren, durchlüfteten Abschluss.

                        Kehle

                        Kehle

                        Die Kehle ist eine Innenecke, die in der Kante entsteht, an der zwei schräge Dachflächen aufeinandertreffen. Die Dacheindeckung muss an diesen Stellen besonders sorgsam verlegt werden und Schutz vor Witterung bieten, um spätere Schäden zu vermeiden. Meist wird mit einer witterungsbeständigen Biegekehle aus Aluminium gearbeitet, welche die Dachkehle überdeckt und abfließendes Regenwasser zur Dachrinne leitet. Außerdem kann ein Kehldichtstreifen verwendet werden, der unter den angeschnittenen Dachziegeln oder -steinen angebracht wird und vor Flugschnee und starkem Regen schützt.

                          Traufe

                          Traufe

                          An der Traufe befindet sich die Regenrinne. Diese wird standardmäßig an der Trauflatte – der letzten Traglatte – befestigt. Durch ein Lüftungsband wird das Einfliegen von Insekten und Vögeln in die Hinterlüftung verhindert. Zusätzlich kann ein Traufentlüftungskamm zwischen Trauflatte und Dacheindeckung montiert werden, der ebenfalls vor Vogeleinflug schützt. Auch die Verwendung von Traufelementen, die die Funktionen von Trauflatte und Traufentlüftungskamm vereinen, ist möglich.

                            Dachdurchführungen

                            Dachdurchführungen

                            Mit Durchführungsziegeln und -steinen können verschiedenste Anwendungen realisiert und unkompliziert und lückenlos in die Dacheindeckung eingearbeitet werden. Typische Anwendungsbereiche für Dachdurchführungen sind Lüftungshauben, Durchführungen für Abgas- und Lüftungsanlagen sowie Wasser- oder Elektroleitungen (z. B. für Solaranlagen). Farblich können die Durchführungen an das Dach angepasst werden, wodurch ein homogenes Gesamtbild entsteht. Auch bei Flachdächern werden Durchführungen zur Be- und Entlüftung oder zur Verlegung von Kabeln verwendet. 


                              Solarsysteme

                              Sonnenenergie trifft den Zeitgeist, schont den Geldbeutel und ist eine der umweltfreundlichsten Energieformen überhaupt: Bei der Gewinnung werden weder wertvolle Rohstoffe verbraucht noch wird schädliches Kohlendioxid freigesetzt. Dank der Sonnenstunden hierzulande kann ein Großteil der selbstbenötigten Energie mit Solaranlagen abgedeckt werden. Zwei Arten der Solarnutzung werden unterschieden.

                              Photovoltaik

                              Egal, ob Sie einen Neubau oder eine Renovierung planen – die Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlagen ist sinnvoll und lohnt sich aufgrund der steigenden Energiepreise vor allem dann, wenn Sie den Strom für den Eigenverbrauch verwenden. Viele Fördermöglichkeiten zur Anschaffung sowie eine staatliche Einspeisevergütung können von Ihnen in Anspruch genommen werden.

                              In der Regel laufen neue Photovoltaikanlagen auf privaten Wohnhäusern im Mischbetrieb. Das heißt: So viel Sonnenstrom wie möglich wird selbst verbraucht. Überschüsse, die nicht selbst  verbraucht und gespeichert werden können, werden eingespeist. Im Durchschnitt kann sich eine Photovoltaikanlage innerhalb von 10 bis 15 Jahren amortisieren.

                              Solarthermie

                              Der Großteil des Warmwasserbedarfs kann durch Solarkollektoren umweltfreundlich und kostenfrei gedeckt werden. In der Regel wird die Sonnenanlage mit einem anderen Heizsystem kombiniert, z. B. mit einer Gasheizung oder Wärmepumpe. Diese Kombi gewährleistet, dass das Haus auch in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung ausreichend mit Wärme versorgt wird.

                              Durch einen hohen Wirkungsgrad und clevere Speichertechniken sind sehr gute Erträge möglich: Schon ca. 6 m² Kollektorenfläche reichen aus, um bis zu 60 % des Warmwasserbedarfs einer drei- bis vierköpfigen Familie zu decken – im Sommer sind es sogar bis zu 100 %. Werden die Kollektoren zur Heizungsunterstützung verwendet, lassen sich über das Jahr gesehen bis zu 25 % der Heizenergie einsparen.



                              Solarsystem nachträglich anbringen

                              Bei einer Modernisierung sollte im Voraus durch einen Fachmann analysiert werden, ob die Statik des Daches den Aufbau einer Solaranlage erlaubt. Schließlich bringen Solarkollektoren bzw. Solarmodule ein gewisses Gewicht mit sich. Gerade bei einem Altbau ist der Zustand des Daches genau zu prüfen, denn Solaranlagen werden für eine Laufzeit von 20 Jahren gebaut. Renovierungen können während dieser Zeit durch eventuelle Zurückbauten der Solaranlage sehr aufwendig werden. Ein Zugang zum Solardach sollte vorhanden sein, um Wartungsarbeiten an der Solaranlage durchführen zu können.

                              Dachausrichtung

                              Eine nicht unerhebliche Rolle spielt die Ausrichtung des Daches in eine bestimmte Himmelsrichtung. Dabei gelten bei der Installation einer Photovoltaikanlage dieselben Anforderungen wie für eine Solarthermieanlage. Optimal ist eine Ausrichtung nach Süden. Dächer, die weiter in Richtung Westen oder Osten zeigen, erzielen jedoch auch noch gute Erträge. Zu vermeiden ist eine Beeinträchtigung der Anlage durch Schattenwurf. Dieser entsteht je nach Tageszeit und Sonnenstand durch umliegende Bäume, Häuser oder andere Dachaufbauten wie Schornsteine. Um die Verschattung einer Photovoltaikanlage genau zu bestimmen, sollte die vorgesehene Dachfläche zu verschiedenen Jahreszeiten, jeweils im Verlauf eines ganzen Tages, beobachtet werden.

                              Dachneigung

                              Die Sonne steht im Verlauf des Jahres unterschiedlich hoch. Je nach Jahreszeit ändert sich damit der Einstrahlungswinkel der Sonne zum Solardach. Die Anforderungen für die Dachneigung einer Photovoltaikanlage unterscheiden sich leicht von den Anforderungen für Solarthermieanlagen. Im besten Fall treffen die Sonnenstrahlen im rechten Winkel auf das Solarsystem. Ein weniger optimaler Neigungswinkel kann durch ein Solar Nachführsystem ausgeglichen werden. Generell gilt: Im Norden Deutschlands sind die Module aufgrund der Sonneneinstrahlung steiler anzubringen als im Süden.

                              Bei der Solarthermie hängt die optimale Dachneigung vom installierten System ab. Wird die Anlage größtenteils zur Trinkwasser­erwärmung im Sommer genutzt, ist ein geringerer Neigungswinkel ausreichend. In den Übergangsmonaten – also im Frühjahr und Herbst –, wenn die Solarthermieanlagen zur Heizungsunter­stützung genutzt werden, braucht es einen größeren Neigungswinkel.

                              Installation

                              Die Installation einer Solaranlage stellt meist kein großes Problem dar. Die Module und Kollektoren werden entweder "Aufdach" oder "Integriert" montiert.

                              Aufdach
                              Die Aufdachlösung ist die gängigste Installationsmethode – das Solarsystem wird hierbei an einer Metallkonstruktion befestigt. Für bereits bestehende Häuser ist diese Variante die kostengünstigste, da die Deckung erhalten bleibt. Außerdem von Vorteil: Die Module werden durch den Wind gut gekühlt.

                              Integriert
                              Bei dieser optisch ansprechenden Installationsvariante werden die Kollektoren anstelle der Dachpfannen eingebaut und dadurch mehr oder weniger bündig in die Dacheindeckung integriert. Diese Montageweise ist aufwendiger und teurer als die Aufdachlösung, sie bietet der Anlage jedoch sehr guten Schutz vor Witterung.

                              Dacharten

                              Jede Dachkonstruktion bietet verschiedene technische Möglichkeiten, die Solaranlage optimal zur Sonne auszurichten.

                              Flachdach

                              Bei einem Flachdach wird das Solarsystem auf Metallträger montiert. So können die Module in einem optimalen Neigungswinkel angebracht und in sämtliche Himmelsrichtungen ausgerichtet werden, um eine bestmögliche Effizienz zu erzielen. Auf großen Dächern ist es sogar möglich, mehrere Modulreihen ohne Verschattung aufzubauen.

                              Schrägdach

                              Schrägdächer sind am besten für die Installation von Solaranlagen geeignet, da bei einer entsprechenden Dachneigung ein optimaler Ertrag erwirtschaftet werden kann und die Chancen hoch liegen, dass eine Dachfläche der Sonne zugewandt ist.

                              Pultdach

                              Trotz der einseitigen, schrägabfallenden Dachausrichtung ist die Installation eines Solarsystems auf dieser Dachart möglich. Zeigt die Dachneigung in die falsche Richtung, ist es jedoch oft schwierig, viel Ertrag aus dem Solarsystem zu schöpfen.

                              Indach-Photovoltaikanlage

                              Ein Photovoltaik-Indach-System macht aus einem Schutzdach ein Nutzdach – und zwar eines, das sowohl umweltfreundlichen Solarstrom erzeugt, als auch in Sachen Design und Optik überzeugt. Gegenüber herkömmlichen Systemen zeichnet es sich dadurch aus, dass es sich nicht vom Dach abhebt. Die Module werden anstelle von Dachpfannen dezent in das Dach integriert, wodurch sich ein vollkommen homogenes, harmonisches Deckbild ergibt, das höchsten Ansprüchen gerecht wird.

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