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Dachausbau

Nutzen Sie das vorhandene Potenzial Ihres Hauses und gewinnen Sie mit dem Ausbau des Dachgeschosses wertvollen Wohnraum zu verhältnismäßig geringen Kosten dazu. Ob als großzügiges neues Schlafzimmer, Kinder­zimmer oder Wohnraum, der vermietet werden kann – Ihr Dachstuhl bietet vielfältige Möglichkeiten. Aber auch hier steht die sorgfältige Planung im Vordergrund. Viele Dinge müssen beachtet werden, nicht selten ist auch eine Baugenehmigung erforderlich.

© schulzfoto / adobe.stock.com

Tipps für den Dachausbau

Bestandsaufnahme

Beim Dachausbau spielt der Dachstuhl die Hauptrolle – buchstäblich. Dieser muss nicht nur sich selbst, sondern auch das Gewicht des Eindeckungsmaterials tragen. Gerade bei älteren Bestandsbauten lohnt sich die professionelle Prüfung der Statik, schließlich kommen bei einem ausgebauten Dach zusätzliche Lasten durch die Wärmedämmung und die Schalung hinzu.

Neben der Statik entscheiden weitere Punkte, ob ein Dachausbau realisierbar ist – viele Dächer sind aufgrund einer zu kleinen Fläche, einer niedrigen Deckenhöhe oder einer zu geringen Dachneigung für einen Ausbau ungeeignet. Eine Analyse des Dachbodenzustands gibt Aufschluss. Prüfen Sie, wie viel Platz als Wohnfläche vorhanden ist. Beträgt die Dachneigung mehr als 35° und ist eine Deckenhöhe von mindestens 2,30 m gegeben, steht einem Ausbau meist nichts im Wege.

Baugenehmigung prüfen

Ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht, hängt im Allgemeinen immer vom Umfang der geplanten Arbeiten ab. Wird mit dem Dachausbau neuer Wohnraum geschaffen, zählt dies als eine Nutzungsänderung, für die es in einigen Bundesländern eine Genehmigung braucht. Gleiches gilt, wenn durch den Dachausbau Änderungen an der Dachfläche vorgenommen werden, zum Beispiel durch den Einbau von Dachgauben, einer Dachterrasse oder wenn die Dachneigung verändert wird.

Als erste Maßnahme hilft der Blick in die Landesbauordnung, um herauszufinden, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist oder nicht. Anschließend sorgt ein Gespräch mit dem Bauamt für Klarheit.

Bauliche Sicherheitsvorgaben

Um den Dachboden räumlich umfunktionieren zu können, sind bestimmte Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Beispielsweise reicht eine Einstiegsluke mit Leiter als Zugang für einen bewohnten Raum aus brandschutztechnischen Gründen nicht aus. Hier muss zwingend eine fest installierte Treppe eingebaut werden. Da bei einem Wohnraum – entsprechend der Brandschutzbestimmungen – zwei Sicherheitswege vorgeschrieben sind, ist zusätzlich für ein Ausstiegsfenster mit den Mindestmaßen 90 x 120 cm zu sorgen.

Dämmung

Wer einen Dachboden ausbaut, muss strenge Vorgaben hinsichtlich des Wärmeschutzes und der Energieeffizienz beachten. Diese sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu finden. Je nach baulichen Gegebenheiten eignet sich eine Auf-, Zwischen- oder Untersparrendämmung. Bei einer noch intakten älteren Zwischensparrendämmung kann es schon reichen, eine Untersparrendämmung zu ergänzen. Sind Dachsparren bei einem Altbau nicht sonderlich dick, kann durch Aufdopplung der Sparren eine ausreichende Dicke für die Zwischensparrendämmung erzeugt werden.

Auch mit einer Kombination aus Zwischen- und Untersparrendämmung können ausreichende Dämmwerte erreicht werden. Eine Aufsparrendämmung ist nur sinnvoll, wenn das ganze Dach modernisiert wird, da die Dacheindeckung vom Dach genommen werden muss.

Elektro- und Wasserleitungen

Egal, zu welchem Zweck Ihr Dachboden ausgebaut wird, Licht ist auf jeden Fall notwendig. Da die meisten Dachböden bereits im unausgebauten Zustand über mindestens eine Lichtquelle verfügen, sind die elektrischen Anschlüsse oft nur zu erweitern. Ist eine Küche oder ein Bad geplant, muss die Wasserzufuhr über die Rohre entsprechend umgesetzt werden. Rohrdicken und -neigungen sind aufgrund der langen Wege sehr wichtig. Ebenso die Belüftung der Rohre, damit beispielsweise im Siphon kein Unterdruck entsteht und dieser leer gesaugt werden kann.

Um Wasser überhaupt in diese Höhen zu transportieren, erfolgt die Wasserzufuhr im Dachbodenbereich über eine Steigleitung. Entscheidend sind hier Fließ- und Ruhedruck des Wassers, die sich von Region zu Region unterscheiden und von bereits bestehenden Systemen beeinflusst werden.


Trockenbau

Ist das Dachgeschoss ausgebaut, stehen Ihnen zahlreiche Möglichkeiten offen, wie Sie den neu gewonnenen Raum nutzen können. Unter den geneigten Dächern eines Neubaus oder renovierten Altbaus finden sich ideale Betätigungsfelder für den modernen Trockenbau. Verschiedene Ausbaulösungen für Böden, Wände und Dachschrägen stehen Ihnen zur Verfügung, um normale Wohnräume oder Feuchträume zu formen, oder um die erhöhten Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes (z. B. bei alten Dachstühlen) zu erfüllen.

Trennwände

Mit Trockenbauplatten und einem Ständerwerk sind Trennwände schnell und sauber errichtet und an vorhandene Dachschrägen angepasst. Das Ständerwerk eignet sich perfekt, um Installationen, Leitungen und andere Haustechnik versteckt zu verlegen.

Der trockene Innenausbau ermöglicht die flexible Raumaufteilung, sodass der Wohnraum unterm Dach genau den eigenen Bedürfnissen angepasst und jederzeit wieder verändert werden kann. Im Nu wird das Dachgeschoss in ein neues Kinderzimmer, ein ruhiges Büro oder – dank feuchteresistenter Trockenbauplatten – in ein großes Badezimmer umgewandelt.

    Verkleidung von Laibungen

    Sind Dachfenster eingebaut, ergibt sich durch die Stärke der Dachsparren bzw. die Dicke der Wärmedämmung eine natürliche Fensterlaibung. Auch mit Trockenbauplatten kann der Anschluss von Laibung und Verkleidung der Dachschräge hergestellt werden. Am Übergang zwischen Laibung und Verkleidung empfiehlt sich der Einsatz eines Kantenprofils, da diese Stelle sehr stoßempfindlich und -anfällig ist.

      Dachausbau mit Holz

      Sie setzen konsequent auf nachwachsende und recycelbare Rohstoffe? Dann entscheiden Sie sich im Ausbau für Plattenmaterial aus Holz bzw. auf Holzbasis. Diese eignen sich bestens für einen weitgehend diffusionsoffenen Wand- und Dachaufbau und sind ungeschlagen wenn es um die Schaffung eines behaglichen, wohngesunden Raumklimas geht.

        Schiebetürsystem

        Sie haben einen einzigen großen Dachraum und möchten nun doch etwas mehr Privatsphäre einbauen? Wie wäre es mit einem cleveren Schiebetürsystem, das beim Öffnen in den Wandhohlraum der Trockenbauwand geschoben wird? Ob großer oder kleiner Durchgang, ohne Raumverlust lassen sich Räume perfekt teilen, noch dazu barrierefrei und wirksam schalldämmend.

        Abseitenwand

        Als Abseitenwand bezeichnet man die senkrechte Wand im Dachgeschoss zwischen der Dachschräge und dem Fußboden. Also den Bereich hinter der eingesetzten Wand unter der Dachschräge, der den niedrigen ungenutzten Raum vom Wohnraum abtrennt. Durch den Einbau von versteckten Wandschränken oder Abstellräumen mit Abseitentür muss dieser Raum nicht ungenutzt bleiben. Mit der Installation von Abseitenwänden können Möbelstücke, z. B. das Bett, mühelos ohne Hohlraum bis an die Wand gerückt werden. Bei manchen Häusern verläuft die Dachschräge nicht ganz bis zum Boden, sondern grenzt an eine ca. 40 bis 80 cm hohe Wand an. Hier spricht man von einem Kniestock, der dem Dachgeschoss mehr Höhe verleiht.

        Brandschutz

        Spezielle Brandschutzplatten mit modifiziertem Spezialgipskern wirken wie thermische Schutzschilde. Diese Platten sind bei einer Modernisierung sinnvoll und können optimal zur Dachschrägenverkleidung eines bestehenden älteren Dachstuhls verwendet werden. Die darin verarbeiteten Holzsparren sind über die Jahre meist schon sehr trocken und leicht entflammbar, sodass Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

          Balken als Gestaltungselement

          Warum nicht die alten, oft wunderschönen Balkenwerke in die Gestaltung der Dachwohnung einbeziehen? Voraussetzung: eine Dachdämmung von außen, stabile Trockenbaukonstruktionen an den Schrägen und am sogenannten Kniestock, dahinter können alle Rohre und Kabel unsichtbar mitgeführt werden, auch Stauraum ist möglich.

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