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Schornstein

Aufgabe des Schornsteins ist es, die Abgase der Heizungsanlage sicher nach außen zu führen. Da warme Luft eine geringere Dichte als die der Umgebung hat, strömen die Abgase in der Regel von selbst nach oben. Der sogenannte Kamineffekt sorgt für einen sicheren Betrieb und verhindert, dass Abgase in das Gebäude gelangen. Damit das richtig funktioniert, muss der Durchmesser vom Schornstein zur Abgasmenge, zur Abgastemperatur und zur Höhe der Anlage passen.

TONA Tonwerke Schmitz GmbH

 

Konstruktionsweisen

Eine Verbrennungsanlage, ob Heizungsanlage oder Kamin, kann nur dann ordnungsgemäß arbeiten, wenn Brennstoff, Feuerung und Schornstein präzise aufeinander abgestimmt sind. Welches Material zur  Errichtung des Schornsteins infrage kommt, ist ebenfalls abhängig vom verwendeten Brennstoff, aber auch von der Hitzeentwicklung. Die Konstruktionsart des Schornsteins wiederum ist unter anderem davon beeinflusst, ob das Heizgerät oder der Ofen raumluftabhängig oder raumluftunabhängig funktioniert, je nachdem wie die Verbrennungsluft durch den Schornstein oder den Innenraum zugeführt wird.

Nach der Bauweise werden Schornsteine in folgende Typen unterschieden:

EinschaligZweischaligDreischalig
Der Schornstein besteht aus vertikalen Schächten, die im Mauerwerksverband gemauert oder aus mineralischen Formsteinen hergestellt werden.Eine mineralische Außenhülle sorgt für die Standsicherheit. In einem zusätzlichen Innenrohr werden die Abgase abgeführt.Diese Kamine bestehen ebenfalls aus einer mineralischen Außenhülle und einem Innenrohr. Hier ist das Innenrohr allerdings mit einer Dämmung versehen.

Gemauerte Schornsteine

Gemauerte Schornsteine sind typisch für den Altbau. Sie bestehen aus massiv gemauerten Wänden und kommen in der Regel ohne ein eingelassenes Rohr aus. Durch die rauen Oberflächen ergeben sich etwas geringere Förderdrücke ("Zug") als bei glatten Rohren. Diese müssen deshalb häufig vom anhaftenden Ruß befreit werden. Ein Vorteil: Die massiven Wände speichern die Wärme der Abgase und geben diese wie eine zusätzliche Heizfläche an die jeweiligen Räume ab. Durch die geringe Wärmedämmwirkung und die hohe Speichermasse muss die Rauchgastemperatur am Anschluss mindestens 200 °C betragen, damit der Schornstein durch Kondenswasser nicht langsam versottet. Als Versottung wird die Durchdringung der Mantelsteine mit Wasser, Teer und Säuren bezeichnet, die zu braunen Flecken, teils auch unangenehmen Gerüchen führt.

Schamottschornsteine

Schamottschornsteine sind in der Regel durch einen dreischaligen Aufbau erkennbar. So bestehen sie aus einem keramischen Innenrohr, einer mineralischen Dämmung und einem gemauerten Mantel. Durch die Dämmung sinkt die Abgastemperatur langsamer und der Auftrieb bleibt stabil. Zudem haben die Innenrohre eine glatte Oberfläche, die weniger stark verrußt und leichter zu reinigen ist. Da auch diese Systeme nicht feuchteunempfindlich sind, eignen sie sich kaum für den Betrieb mit modernen Öl- oder Gasbrennwertheizungen. Außerdem ist der nachträgliche Anschluss von Ofenrohren kompliziert, da sich das Innenrohr gegenüber dem Außenrohr erheblich dehnt.

Schornsteine aus Edelstahl

Edelstahlschornsteine sind temperaturbeständig und feuchteunempfindlich. Durch die sehr glatte Oberfläche werden höchste Förderdrücke erzielt, weshalb bei großen Schornsteinhöhen zur Zugbegrenzung oft Drosselklappen eingesetzt werden müssen. Durch die besonderen Merkmale eignen sich Edelstahlschornsteine auch für den Betrieb mit modernen Gas- oder Ölheizungen, die durch ihre effiziente Betriebsweise mit sehr niedrigen Abgastemperaturen arbeiten. Aber auch Kaminöfen oder Holzheizungen können damit betrieben werden. Ein weiterer Vorteil ist die vergleichsweise einfache Montage, durch die sich viele Systeme auch zur Nachrüstung eignen. Einen Platz finden sie dabei entweder im Innern gemauerter Schornsteine oder außen an der Fassade. Vor allem Letztere besitzen in der Regel einen mehrschaligen Aufbau, in den auch eine Dämmschicht integriert ist.

Kaminofen und Schornstein im System

Spezielle Energiespar-Schornsteine in Elementbauweise bilden eine perfekt abgestimmte Kombination aus Kaminofen und Abgasanlage, mit integrierter Verbrennungsluftzufuhr in einem kompakten Komplettbauteil. Sie werden in einen platzsparenden Leichtbetonschacht eingebaut und enthalten einen DIN-geprüften Heizeinsatz mit Sichtfenster. Direkt auf dem Schacht sitzt der Energiespar-Schornstein mit Thermo-Luftzug.


    Kaminnachrüstung

    Wer einen Kaminofen nachrüsten möchte, muss aus technischer Sicht einiges beachten. So sollte zunächst ein freier Zug im Schornstein verfügbar sein. Dieser muss außerdem intakt und für den Anschluss eines Holzofens geeignet sein. Um gewährleisten zu können, dass von der Heizung keine Gefahr ausgeht, sind außerdem Mindestabstände zu Wänden, Decken und anderen Einrichtungsgegenständen einzuhalten.

    Um bösen Überraschungen vorzubeugen, empfehlen wir die Beratung durch einen Schornsteinfeger. Dieser muss die Anlage später ohnehin abnehmen und kann wertvolle Tipps zur Installation geben. Übrigens: Auch wenn kein Zug im Schornstein frei oder dieser zu weit entfernt ist, können Hausbesitzer oft einen Kamin nachrüsten. Möglich ist das mit Abgassystemen aus Edelstahl, die entweder im Gebäudeinneren oder außen an der Fassade über Dach führen.

     

    Förderung für Nachrüstung von Pellet-Kaminen

    Wer einen Pellet-Kaminofen nachrüstet, kann Fördergelder beantragen. Zumindest dann, wenn der neue Ofen auch die zentrale Heizung mit Wärme versorgt. Denn dann gibt es hohe staatliche Zuschüsse über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Halten die Heizgeräte alle technischen Anforderungen ein, bekommen Hausbesitzer mindestens 2.000 Euro. Für Öfen mit Partikelabscheider gibt es bei der Sanierung sogar 3.000 Euro, in Form eines einmaligen Zuschusses. Wichtig ist jedoch, dass Verbraucher die Mittel noch vor dem Beginn der Umbauarbeiten beim BAFA beantragen.

    Raumluftunabhängigkeit

    Gemauerte, offene Kamine sowie die meisten Kaminöfen, beziehen den für die Verbrennung erforderlichen Sauerstoff aus der Raumluft und lassen sich damit als raumluftabhängige Wärmeerzeuger bezeichnen. Durch die hohen Anforderungen an Wärmedämmung und Luftdichtigkeit beim modernen Gebäudebau ist jedoch oft nur eine unzureichende Sauerstoffzufuhr für den Kamin vorhanden. Abhilfe schafft eine externe Zuluftversorgung. Hierbei strömt die für die Verbrennung nötige Verbrennungsluft durch eine separate Zuleitung aus dem Freien nach, wodurch eine raumluftunabhängige Verbrennung ermöglicht wird. Besonders modern, sicher und effizient sind sogenannte Luft-Abgas-Schornsteine. Diese bestehen aus zwei ineinander verlaufenden Rohren. Während das Innere die Abgase nach außen führt, saugt die Heizung Außenluft durch das Mantelrohr an. Dabei geht ein Teil der Energie vom Abgas auf die Verbrennungsluft über. Diese wird vorgewärmt und der Energieverbrauch sinkt.

    Multifunktionsschacht

    Moderne Schornsteine leiten die Abgase unterschiedlichster Wärmeerzeuger ab. Sie übernehmen außerdem auch die Versorgung mit Verbrennungsluft. Doch damit nicht genug, – als Multifunktionsschächte bilden Schornsteine eine durchgehende Verbindung vom Keller bis ins Dach, nehmen zusätzlich die Verrohrung einer Solaranlage sowie Strom- und Satellitenkabel auf. Die Schächte bewähren sich auch als Option für zukünftige Umbauten und Änderungen an den Versorgungsanlagen.

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